Read Ausgespielt: Aufstieg und Fall der Klassikindustrie by Norman Lebrecht Online

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In seinem fesselnden, hufig provozierenden Buch enthllt Norman Lebrecht, einer der weltweit meistgelesenen Kulturjournalisten und Insider des Musikbusiness, die faszinierende Geschichte vom Aufstieg und Fall der Klassik Tontrgerindustrie.Mit einer Flle von denkwrdigen Begebenheiten ber die Macher im Geschft und unvergessliche Knstler wie Schnabel, Toscanini, Callas, Rattle und die Drei Tenren verschafft Lebrecht seinem Leser tiefen Einblick in die Branche Er schildert, wie Plattenfirmen Stars gemacht und gebrochen haben, wie ein Profiteur des NS Systems zusammen mit einer KZ berlebenden ein Plattenimperium aufbaute, wie fortschreitende Technologien, Machtkmpfe in Chefetagen, ein leichtglubiges Publikum und skrupellose Ausbeutung die Musikkultur unseres modernen Lebens bestimmen.Abschlieend prsentiert er seine kritische Beurteilung der 100 grten Aufnahmen aller Zeiten und der 20 furchtbarsten....

Title : Ausgespielt: Aufstieg und Fall der Klassikindustrie
Author :
Rating :
ISBN : 3795705932
ISBN13 : 978-3795705930
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : SCHOTT MUSIC GmbH Co KG, Mainz 26 M rz 2007
Number of Pages : 495 Pages
File Size : 764 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Ausgespielt: Aufstieg und Fall der Klassikindustrie Reviews

  • Hendrik-Elmar
    2018-10-25 15:37

    Man erfährt nicht wirklich viel Neues, aber im unterhaltsamen Plauderton geschrieben ist das Lesen ein Vergnügen. Vor der Lektüre war mir nicht klar, dass trotz allen Brimboriums in den Medien, außer bei Karajan, die Klassikindustrie nie eine wirkliche "Cash-Cow" gewesen ist, sondern neben der "Populärmusik" eher ein Schattendasein fristete.

  • Kulturmanagement Network
    2018-10-22 22:43

    Die Musikindustrie befindet sich seit ca. zehn Jahren in einer anhaltenden wirtschaftlichen Krise. Vor allem die Tonträgerbranche hat mit teils gravierenden Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Worin die Lösung des durch Digitalisierung aber auch veränderten Nutzungsverhaltens ausgelösten Problems liegt, ist bisher noch längst nicht zufrieden stellend erörtert worden. Auch aufgrund dessen erscheinen seit einigen Jahren vermehrt wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen, die sich mit unterschiedlichsten Aspekten der sich verändernden Musikindustrie auseinandersetzen, sich jedoch meist ausschließlich mit populärer Musik zwischen Rock und Pop beschäftigen. Die klassische Musik bzw. die Klassikindustrie ' immerhin hat die Klassik in Deutschland laut dem Bundesverband Musikindustrie einen gleich bleibenden Anteil am Tonträgermarkt von ca. 7 Prozent ' spielte bei diesen Veröffentlichungen bisher kaum eine Rolle.Nun hat Norman Lebrecht eine Publikation gleichzeitig in den USA, in England und in Deutschland veröffentlicht, die sich, zumindest deutet darauf der Titel hin, intensiv dem Untergang der Klassikindustrie ' bezogen auf die Tonträgerindustrie ' widmet. Der Brite Lebrecht ist im Bereich der Klassik sicherlich kein Unbekannter, schließlich gilt er laut Los Angeles CityBeat als 'Genie' unter den Musikkritikern. Darüber hinaus hat er seit den neunziger Jahren bereits mehrere Publikationen veröffentlicht, die sich alle mit derselben Thematik beschäftigen: die Klassikindustrie ist unweigerlich dem Untergang geweiht!Und nun dieses Buch, das, so der Klappentext, 'mit einer Fülle von denkwürdigen Begebenheiten über die Macher im Geschäft und die unvergesslichen Künstler von Enrico Caruso bis zu den Drei Tenören verschafft'. Eigentlich ist Lebrechts Publikation dreigeteilt. Zunächst beschreibt er im Kapitel 'Maestros' eine kleine Industriegeschichte der klassischen Musik, angefangen bei der Erfindung der Tonträger. Auf knapp 200 Seiten stellt Lebrecht ' meist bekannte ' Geschichten und Anekdoten aus der Klassikindustrie dar, beschreibt deren Aufstieg, um jedoch schon bald zum angeblich tiefen Fall zu gelangen, denn seines Erachtens haben die Manager der großen Labels über Jahrzehnte hinweg unbegreifliche Fehler begangen, so dass es kein Wunder sei, die Klassikindustrie am Boden zu sehen, so Lebrecht. Diese Geschicht(ch)en hängt er vor allem an bekannten Persönlichkeiten auf künstlerischer und Managementebene auf, und so liest sich dieses Kapitel wie ein 'Who is Who' der international agierenden Klassikindustrie. Für den Kenner findet sich kaum etwas nennenswert Neues, doch, und dies muss man dem Autor zugestehen, ist das gesamte Kapitel angenehm feuilletonistisch geschrieben; da erkennt man den Rezensenten Lebrecht. Es ist äußerst unterhaltsam zu lesen, wie Dirigent und Interpreten mit ihren Managern agierten, wie Manager ' in guten Zeiten ' mit Spesengeldern nur so um sich schmissen, und wie die Industrie laut Lebrecht unzählige Chancen der Besserung und Veränderung verpasst habe.Lebrecht wiederum verpasst es, auch aktuellste Tendenzen der Klassikindustrie ausführlich aufzunehmen ' vielleicht, weil sie nicht in das ansonsten negativ gezeichnete Bild gepasst hätten. Die Gefahr aber auch die Chance der Digitalisierung der Tonträgerindustrie findet keinen ausreichenden Platz, ebenso nicht die Tatsache, dass in den letzten Jahren immer mehr Klassik- und Opern-DVDs verkauft werden, es demnach doch noch genügend Käufer für dieses Genre gibt, die sich mit klassischer Musik verwöhnen lassen möchten. Natürlich hat die Klassikindustrie, wie auch der Rest der internationalen Musikindustrie, massive Probleme. Doch ist es definitiv keine Lösung nur deren Untergang zu beschreiben. Lösungsansätze sucht der geneigte Leser leider ' fast ' vergebens, denn auch auf das Wachstum der asiatischen Märkte geht Lebrecht nur in den letzten Zeilen des ersten Teils ein.Nun fehlen noch die Teile zwei und drei. In 'Meisterwerke' stellt Lebrecht die 100 besten Aufnahmen der klassischen Musik dar. Wie immer bei solchen Kanonbildungen ist die Auswahl allerdings rein subjektiv. Lebrecht versammelt also die seines Erachtens besten Klassikalben des Jahrhunderts, beginnend ' natürlich ' bei Caruso und endend ' vielleicht etwas überraschend ' bei Pascal Rogé. Einhundert Kritiken zu lesen ist weniger unterhaltsam und abwechslungsreich als der erste Teil der Publikation. Doch letztlich folgt noch der dritte: 'Wahnsinn'. In diesem Kapitel nimmt sich Lebrecht die zwanzig schlechtesten Alben vor, wiederum rein subjektiv. Heifetz findet sich darunter, Karajan, Bernstein, Klemperer, Maazel und auch Rattle. Braucht man dies? Offen gesagt, nein. So bleibt am Ende leider der Eindruck, Lebrecht ' oder der Verlag ' wollten das Buch ein wenig im Umfang strecken. So nimmt der Spaß am Lesen leider von Kapitel zu Kapitel ab.Letztlich muss jedoch konstatiert werden, dass zumindest der erste Teil für den Leser, der einen ersten, unterhaltsamen und nicht wissenschaftlichen Einblick in die Entwicklung der Klassikindustrie sucht, lesenswert ist. Die zweite Hälfte des Buches ist jedoch ' rein subjektiv betrachtet! ' überflüssig. --- Dr. Martin Lücke für Kulturmanagement Network

  • Benjamin Haas
    2018-11-04 16:19

    Da ich selber in der Industrie seit 30 Jahren arbeite, kann ich nur Lebrechts Bewertung der Lage zustimmen. Völlig anders als 'andere Brachen', sind die großen Klassiklabels von div. Mega-Mediakonzernen einverleibt worden - keiner hat die Nachwirkung dieser Entwicklung so genau beschrieben wie Lebrecht. Seine dankbar kurz gehaltene Vorgeschichte ist unentbehrlich und dennoch nötig, um genau zu verstehen, warum die Industrie sich in der heutigen auswegslosen Situation befindet. Die Überschüße der Managers, sowie Habgier der Labels und Wahnwitz der Veröffentlichungspolitik der letzten Jahrzehnten, präsentiert er als bunte, humorvolle Polemik. Das war immer seine Art, aus der Musikwelt zu berichten - man darf sie nicht mögen - sie nimmt jedoch nichts von der Ernsthaftigkeit des Inhalts weg. Den zweiten Teil vom Buch fand ich verblüffend, da ich - wie sicherlich jeder andere aus der Branche - eine sehr unterschiedliche Liste zusammengefasst hätte. Lebrecht betrachtet die Einspielungen rein aus einer historischen Sicht. So gesehen, haben seine Platteneinstufungen Bestand. Sie dürfen nicht als '100 *beste* sondern als '100 wichtigsten' Einspielungen gesehen werden. Qualitativ sind viele Aufnahmen seiner Liste längst überholt worden. Jeder der sich trotzdem für eine kurze Geschichte der klassischen Plattenindustrie interessiert - bzw. besser verstehen will, warum die großen Labels ihre Bedeutung und bislang unanfechtbare Stellung verloren haben - und was für Folgen daraus noch wachsen können - MUSS dieses Buch lesen.