Read Expedition ins Glück. 1900–1914 by Juri Steiner Online

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Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ahnt kaum jemand die Katastrophe, die ber Europa und die Welt hereinbrechen wird Man w hnt sich in einem goldenen Zeitalter der Sicherheit , wie der Schriftsteller Stefan Zweig es nannte Dieser Epoche entspringen die Avantgarde in der Kunst, das Aufbrechen der Geschlechterrollen, bahnbrechende Erfindungen, zunehmender Wohlstand, die Erkundung des Unbewussten und die tr gerische Gewissheit anhaltenden Friedens An Olympischen Spielen und Weltausstellungen finden die Nationen einen Weg, auf friedliche Weise miteinander zu konkurrieren.Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung im Landesmuseum Z rich zeigt die Ph nomene des Umbruchs und der berforderung und bringt so unsere eigene Fantasie in Schwung Vor dem Ersten Weltkrieg verzaubert alles Neue und l sst die Menschen kollektiv euphorisch werden Alles scheint m glich Alles ist explosiv Unter der Oberfl che aber herrschen auch Verunsicherung und Angst Dieses Wechselbad von Hochgef hl und berforderung l sst sich auch auf unsere heutige Zeit bertragen....

Title : Expedition ins Glück. 1900–1914
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ISBN : 9783858814289
ISBN13 : 978-3858814289
Format Type : Other Book
Language : Englisch
Publisher : Scheidegger Auflage 1 1 M rz 2014
Number of Pages : 165 Pages
File Size : 877 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Expedition ins Glück. 1900–1914 Reviews

  • Fuchs Werner T. Dr
    2019-08-20 02:14

    Ein Krieg in bisher unbekanntem und unvorstellbarem Ausmaß setzte sich im kollektiven Gedächtnis so fest, dass die Jahre davor häufig ausgeblendet werden. Aber was auch immer zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte – Fakt bleibt, dass damit eine ebenso intensive wie friedliche Periode ein jähes Ende fand. In den Jahren von der Jahrtausendwende bis 1914 machte man sich Gedanken über eine weitere Demokratisierung der Gesellschaft und huldigte dem Entdeckergeist. Auch wenn das Neue verunsicherte und viele Menschen überforderte, stand man dem allgemeinen Aufbruch positiv gegenüber.Diese Zeit wieder in Erinnerung zu rufen und neu zu bewerten, ist das Ziel einer Ausstellung im Schweizer Nationalmuseum. Der Katalog dazu zeigt bedeutende Exponate unterschiedlicher Genres und druckt Texte ab, die eine Annäherung an jene Phase in Europa erleichtern können. Die ausgestellten Dokumente und Objekte stammen aus den Beständen von Sammlern aus dem In- und Ausland. Und wer schon Kontakt mit dem heutigen Museumsbetrieb hatte, weiss um die Schwierigkeiten, die für Ausstellungen dieses Typus zu überwinden sind. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Zeitreise wiederholen zu können, ist jedenfalls klein.Die Ausstellung im Zürich wurde am 28. März eröffnet und dauert bis zum 13. Juli 2014. Eigentlich hatte ich vorgehabt, diesen Katalog erst nach meinem Besuch im Schweizer Nationalmuseum zu besprechen. Aber da meine Besprechung andere Neugierige ebenfalls motivieren könnte, ziehe ich sie vor. Auch wenn dies den Nachteil hat, Ausstellung und ihre Dokumentation nicht miteinander vergleich zu können.Wie viele Menschen in eine solche Ausstellung involviert sind, geht aus der Aufzählung der Beteiligten am Schluss des Buches hervor, wo auch alle Leihgeber und die zitierte Literatur aufgelistet sind. Für Originaltextbeiträge konnten außer dem Direktor des Schweizer Nationalmuseums vier weitere Experten gewonnen werden. Das Gespräch mit der ehemaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss und dem bekannten Historiker Jakob Tanner hat mich allerdings am wenigsten begeistert. Aber mir gefallen kluge Essays ohnehin besser als Interviews mit Prominenten.Wer Thomas Mann und den „Zauberberg“ mag, wird im Essay von Daniel Binswanger bestimmt auf Aspekte und Deutungen stoßen, die er anderswo noch nicht gelesen hat. Und Freunde von Robert Musils Werk werden einmal mehr feststellen, wie präzise und einmalig das Lebensgefühl jener Jahre im „Mann ohne Eigenschaften“ beschrieben wird. Ich finde ohnehin, dass dieser Roman zu den besten Werken deutschsprachiger Literatur gehört.Ausstellung und damit der Hauptteil dieses Kataloges ist in neun „Kapitel“ gegliedert, die folgende Überschriften haben: Geburt des Jahrhunderts – Kinoplast der Träume – Im Schatten junger Mädchenblüten – die Arche Noah der Utopien – 1900; Der Lauf der dinge – Kubismus der Wissenschaft – Der dunkle Kontinent unsere Seele – Fantasie Militaria – Exit. Auch wenn nicht jeder Titel selbsterklärend ist, lässt diese Aufzählung doch erahnen, was den Besucher erwartet.Beim Betrachten der Exponate fehlte mir oft der Rote Faden. Ob ihn die zitierte Literatur spinnen soll, weiss ich nicht. Ich hatte jedenfalls meine liebe Mühe, die über siebzig zitierten Texte von Schriftstellern und Philosophen miteinander zu verbinden. Und ich kann mir vorstellen, dass dies Lesern mit weniger Hintergrundwissen noch schwer fällt. Vielleicht sollte man diesen Ausstellungskatalog zuerst auf Seite 186 aufschlagen und mit der Lektüre der Chronik beginnen. Denn die wichtigsten Ereignisse in Politik, Kultur und Wissenschaft zu kennen, erleichtert das Verständnis wesentlich.Mein Fazit: Ein derart gewaltiges Ereignis wie der Erste Weltkrieg, hat unter anderem zur Auslöschung von Erinnerungen an die Jahre davor geführt. Wir können zwar einzelne Werke aus der bildenden Kunst und der Literatur verorten, die Lebensdaten von Sigmund Freud oder Stichworte wie „Maschinenzeitalter“ einordnen, aber nur mit Mühe das damalige Lebensgefühl erfassen. Ob dies die Ausstellung im Schweizer Nationalmuseum leisten kann, wird sich nach einem Besuch zeigen. Der Katalog macht es jedenfalls einfacher, sich in die Jahre vor der großen Katastrophe hineinzuversetzen, auch wenn der gesponnene Rote Faden ziemlich rissig ist.