Read Nach dem bewaffneten Kampf. Ehemalige Mitglieder der RAF und Bewegung 2. Juni sprechen mit Therapeuten über ihre Vergangenheit by Angelika Holderberg Online

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Nach einem Seminar mit David Becker im Michael Balint Institut Hamburg, entstand 1996 eine ungew hnliche Gruppenarbeit und soweit bekannt, die einzige ihrer Art in der BRD Ehemalige Mitglieder der RAF, Bewegung 2 Juni und Frauen aus der Unterst tzerszene trafen sich fast 7 Jahre lang f r mehrere Wochenenden mit Psychoanalytikern und Psychotherapeuten, um ber sich, ihre Beziehungen untereinander, ihre Haftbedingungen, ihr Verh ltnis zur Gesellschaft und ber ihre Politik zu sprechen Danach setzte sich jeder f r sich noch einmal in Schriftform mit dem gemeinsam Erlebten auseinander Entstanden sind sehr pers nliche, intellektuell differenzierte und politisch reflektierte, hoch spannende Beitr ge, die in ihrer Gesamtheit einen guten Einblick in die Denk und F hlstrukturen der Einzelnen und des gemeinsamen Prozesses geben Mit Beitr gen von David Becker, Angelika Holderberg, Volker Friedrich, Lothar Verstappen, Karl Heinz Dellwo, Monika Berberich, Knut Folkerts, Ella Rollnik, Roland Mayer, Irene Rosenk tter...

Title : Nach dem bewaffneten Kampf. Ehemalige Mitglieder der RAF und Bewegung 2. Juni sprechen mit Therapeuten über ihre Vergangenheit
Author :
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ISBN : 389806588X
ISBN13 : 978-3898065887
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Psychosozial Verlag Auflage 2., Aufl 1 Mai 2007
Number of Pages : 216 Seiten
File Size : 694 KB
Status : Available For Download
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Nach dem bewaffneten Kampf. Ehemalige Mitglieder der RAF und Bewegung 2. Juni sprechen mit Therapeuten über ihre Vergangenheit Reviews

  • Saunafreak
    2018-11-13 20:38

    Interessante Lektüre für Leute, die sich für die 68er Bewegung und im speziellen für die RAF und den Baader-Meinhof-Komplex interessieren

  • spring
    2018-10-21 21:48

    sehr interessant es Buch.An Amazon: neue Rezensionsanforderungen sind zu mühsam. Bitte wieder zum alten Bewertungsmodus zurück, sonst bewertet kein Mensch mehr. Ich tue es hiermit zum letzten Mal. Schade.

  • Fuchs Werner T. Dr
    2018-11-09 21:00

    Diesem Buch habe ich mich mit einer eigentümlichen Mischung aus Scheu, Widerwillen, Voyeurismus, Neugier und eigener Betroffenheit genähert. Vorangetrieben hat mich bei der Lektüre dann vor allem die Betroffenheit, die unmittelbare Konfrontation mit Existentiellem. Hier sitzt man nicht in Plüschssesseln, um in Abendrobe und illustrer Gesellschaft einen netten Theaterabend zu verbringen und in den Pausen mit dem Cocktailglas über die Inszenierung, die Schauspieler oder die geschmacklosen Schuhe von Frau Müller zu plappern. In diesem Buch wird ein reales Stück aufgeführt. Ein Drama von Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung, Schuld und Sühne. Und wie es letztlich ausgeht, muss offen bleiben. Aber da es ein Stück protokollierter Zeitgeschichte ist, kann man sich als Leser dem Geschehen nicht so einfach entziehen wie bei Goethes Faust. Gerade weil es keine Kunstfiguren sind, wird man mit den dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit konfrontiert, mit dem eigenen Narzissmus, mit den eigenen Ängsten und mit den eigenen Verlorenheiten. Da ist die Versuchung natürlich gross, sich durch klassische Distanzierungen unbequemen Fragen zu entziehen, klare Grenzen zwischen Täter und Opfer zu graben, dem Buch und seinen Autoren Weisswäscherei vorzuwerfen.Ich meine, dass die Qualität dieser ausserordentlichen Berichterstattung gerade darin liegt, dass die wesentlichen Fragen offen bleiben. Selbstverständlichkeiten in existentiellen Lebenssituationen und verbindliche Antworten kann nur erwarten, wer sich nicht aus seiner vermeintlich sicheren Wahrheitsbehausung wagt. Wer Gewissheiten will, wird ja ohnehin schon gut versorgt. Sie auch noch in diesem Buch zu suchen, kommt nicht gut heraus. Und wer es trotzdem macht und dann dem Buch die Schuld gibt, hat sich gerade dem Wesentlichen entzogen.Nach der Lektüre der sehr verschiedenen Beiträge weiss ich zwar nicht, welche individuellen Lebensgeschichten zu den Verhaltensmustern führten, die so viele menschliche Dramen nach sich zogen. Aber mit wurde wieder einmal bewusst, wie schmal die Grenzlinie zwischen oben und unten ist. Eine Woche vor der Lektüre war ich im "Deutschen Hygiene Museum Dresden", wo ich zufällig in die Ausstellung "Tödliche Medizin" kam. Und als einer der vielen jungen Besucher mich ansprach, weshalb mir Tränen über die Wangen kullern, konnte ich nur stammeln, dass meiner behinderten Tochter wohl damals,im Nationalsozialismus das gleiche Schicksal gedroht hätte. Weil eine Glaubensgemeinschaft mit Wahrheitsanspruch meinte, sie könne und dürfe entscheiden, was wertes und was unwertes Leben sei. Am Ausgang dieser Ausstellung waren dann ohne Kommentare Fotografien von Ärzten und Psychiatern zu sehen. Unter drei Kategorien: "Zur Rechenschaft gezogen - Geflüchtet und unauffindbar - Karriere gemacht". Wer den ehemaligen RAF-Aktivisten und Anhängern salopp vorwirft, sie könnten schlecht mit der eigenen Schuldigkeit umgehen, muss sich vielleicht auch mit anderen missglückten Schuldaufarbeitungen beschäftigen. Aber das geht wohl nur, wenn man sich mit den eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzt. Dazu liefert dieses Buch Gelegenheiten.Mein Fazit: Ein Buch, das den Versuch unternimmt, ein Stück Zeitgeschichte aufzuarbeiten, das den Leser mit existenziellen Fragen und Nöten konfrontiert und ihm durch Verweigerung klarer Antworten auch Einblicke in sein eigenes Seelenleben ermöglicht. Für Schuldzuweiser und Wahrheitsfanatiker keine geeignete Lektüre.

  • Carla
    2018-11-01 00:44

    Auf den ersten Blick soetwas wie Annährung scheinen Erkenntnisse zu zeigen wie: "die Taten waren nicht legitim(Dellwo), "es lag auch an der Persönlichkeitsstruktur der Einzelnen" (Mayer). Auch wenn solche Erkenntnisse, die eigentlich Selbstverständlichkeiten sind ähnliches Patinagefühl erzeugt wie die Anerkennung der kath. Kirche, dass die Erde rund ist. Aber es ist ein kleiner Anfang solche Sätze zu lesen.Bei den Psychologen hat man beim Lesen das Gefühl, sie sagen nichts anderes als Reemtsma mit anderen Worten,nur etwas vorsichtiger. (Remtsma und viele weitere Wissenschaftler, Psychologen, Schriftsteller wie Jelinek, Enzensberger uva haben die angebliche moralisch-politisch menschenfreundlichen Motive der Taten infrage gestellt und erkannt, dass Allmachtsphantasien, Größenwahn, Narzismus der Motivation näher kommt. So haben sie den letzten Mythos der RAF angekratzt). Dellwo gibt sich Mühe den Mythos aufrecht zu erhalten. Sein Konter gegen Reemtsma: "wer so denkt landet bei der FDP" ist wegen seiner Banalität schwer zu ertragen.Er selber scheint sich immer noch als den moralisch Erhabenen zu sehen, der das Unrecht dieser Welt besser erkennt als andere. Sein Text wirkt manchmal wie eine politische Belehrung aus Saurierzeiten.Die Psychologen schreiben von: psychotischen Zuständen, zur Schau gestellten Abwertungen, Fehlen von empathischem Mitschwingen, Sadismus, Abspaltung, Allmachtsphantasien, Größenwahn, Bitterkeit, Feindesland - tiefsten Persönlichkeitsstörungen. Vielleicht haben die mit den tiefsten Persönlichkeitsstörungen durchgehalten, sind die weniger Abgehärteten in dieser Gruppe abgesprungen?Man sei aber ein Stück vorwärts gekommen ziehen die Psychologe Bilanz. In der Presse Therapiegruppe genannt, stellt sich aber heraus: es war keine Therapiegruppe, die ehemaligen Terroristen waren noch nicht reif dafür. Die Therapeuten mussten ihre Profession und ihre Instrumente an der Tür abgeben, reden kaum miteinander, haben Angst vor Beziehungsabbruch oder das sie in Feindesland abgeschoben werden. Es stellt sich manchmal die Frage ob eine Kinderpsychologin dieser Aufgabe gewachsen war.Aber das Wesentliche : 7 Jahre Gespräche und die Opfer kommen nur als Handlung vor. Abgespalten. Die Be- und Erkenntnisse gehen nicht so weit, dass die schreibenden Ex Terroristen auch nur ansatzweise Einsicht zeigen, dass eine Mitarbeit bei der Aufklärung der Taten und Tatabläufe unabdingbar für eine wirkliche Aufarbeitung ist, die als solche bezeichnet werden kann. Nur in Diktaturen und Terrorsystemen wird eine solche Schweige-Haltung auf der Welt moralisch akzeptiert. In einem Interview zum Buch maßt sich Gabriela Rollnik (2.Juni) zynischerweise sogar an für die Opfer zu reden. Sie glaube nicht, dass Angehörige die genauen Täter und Tathergänge wissen wollen. Eiseskälte macht sich da breit. In dem Buch von Anne Siemens äußern die Opfer dies eindeutig und verständlicherweise für alle, die über ein "empathisches Mitschwingen" verfügen.In seinem Kapitel zieht Psychologe L. Vertappen Bilanz: Bis zuletzt wartete ich auf ein Zeichen der Übernahme von persönlicher Schuld" und fragt: Sind wir Psychologen einer projektiven Identifikation aufgesessen?" das sind die wichtigen Fragen in diesem Buch. 8 abgesprungene Therapeuten hatten evtl gute Gründe. Sie kommen selber nicht zu Wort.Ich habe viel mehr von dem Buch erwartet. Vielleicht ist es ein Anfang und in 10 jahren kann man einen Stern mehr geben. Aber so ist es wie Magnus Enzensberger mal formulierte, er glaube ihnen die Eide auf die Revolution nicht, es ging immer nur um sie selber.