Read Die Verunsicherten by Amin Maalouf Online

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Was verbindet eine lebenslustige Hotelbesitzerin und einen der Welt entsagenden Mnch Erinnerungen an die gemeinsame Heimat und eine unstillbare Sehnsucht nach einer untergegangenen Zeit Amin MaaloufIn seinem bisher persnlichsten Buch berlsst Amin Maalouf einem Mann das Wort, der sich verraten fhlt von seinem Land, seinen Freunden, seinen Trumen Mitten in der Nacht wird der in Paris lebende Adam durch einen Anruf aus dem Schlaf gerissen Sein Jugendfreund Mourad liegt im Sterben und wnscht ihn noch ein letztes Mal zu sehen.So reist Adam am kommenden Morgen zurck in den Libanon, den er in den 1970er Jahren verlie und seither nie wieder betreten hat Doch er kommt zu spt, als er eintrifft, ist Mourad bereits tot Adam will noch nicht zurck nach Paris und quartiert sich im Hotel der schnen Smiramis ein Als er beginnt, seine Erinnerungen niederzuschreiben, wird die Reise Seite fr Seite zu einer Begegnung mit vergangenen Zeiten und einer leidenschaftlichen Liebe....

Title : Die Verunsicherten
Author :
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ISBN : B01GU6919S
ISBN13 : -
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Arche Literatur Verlag Auflage 1 25 M rz 2014
Number of Pages : 268 Pages
File Size : 989 KB
Status : Available For Download
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Die Verunsicherten Reviews

  • Shereen
    2018-10-26 20:37

    Amin Maalouf kann die Gefühle, Empfindungen und Zerrissenheit so gut auf Papier bringen, die so viele von uns die in einer ähnlichen Situation sind genau so erleben.....Das Buch hat mich sehr berührt...

  • M. Lehmann-Pape
    2018-10-27 19:28

    Adam ist Historiker.Wenn er von „seiner Epoche“ spricht, dann wird umgehend eine Phase Roms in ihm lebendig, weniger bis gar nicht aber die Gegenwart, die eigene „kleine Weltgeschichte“.Als Student ist er gegangen, aus der Heimat, der Levante. Im Trubel des beginnenden Krieges, der Ideologien, die von ihm und seinem Freundeskreis eigentlich klare Haltungen, Antworten erwartet hätten.Welche die damaligen Freunde in verschiedener Form gaben. Vom bewaffneten Kampf bis zum „auf jeden Fall ausharren“ bis zur Emigration. Jener Weg, den unter anderem Adam wählte und der ihn für lange Zeit tief entzweite mit seinem engsten Freund, Murad.Adam kommt zu spät.Murad ist verstorben.Die Beerdigung interessiert Adam nicht sonderlich.Aber da ist so etwas, ein Klima, das Licht der Levante, die altvertrauten Geräusche. Vor allem aber ein inneres Wissen um Verluste. Darum, zwar den eigenen Weg gegangen zu sein, aber doch Wichtiges vielleicht nicht gelebt, nicht erledigt zu haben. Eher „reaktiv“ gelebt zu haben als „aktiv“ gegangen zu sein.In der Provinz kommt er in einem Hotel unter, dass eine damalige Freundin aus dem Kreis betreibt. Eine, mit der damals fast, aber nur fast einmal bis zu einem Kuss vorgedrungen wäre.Seine alte Mappe mit Briefen der Freunde, seine eigenen Erinnerungen, all das fließt zusammen und Adam beginnt, die Geschichte zu schreiben. Und zugleich zu notieren, was in der Gegenwart an Begegnungen wartet.Erlebnisse damals und Begegnungen heute, an denen Maalouf in seinem ruhigen, tiefen, reflektierten Stil vielfach Grundtypen auftreten lässt.So wie Adam mit Nidal spricht, Islamist, Bruder eines damals gefallenen Freundes. Ein Dialog mit hintersinnigen und feinfühlig gezeichneten Emotionen, der intensiv die Irritation zwischen Morgen- und Abendland, Islam und westlicher Lebensweise auf den Punkt bringt.„Die Besiegten sind stets versucht, sich als unschuldige Opfer darzustellen…… aber sie sind alles andere als unschuldig. Sie sind schuldig, besiegt worden zu sein“.Aber auch die Gegenwart, die innere Distanz zum wiederauflebenden traditionellen Islam findet Ausdruck im Buch, die zwei Herzen, die in Maaloufs eigener Brust sicher auch persönlich schlagen.„Meinst Du, es sei angenehm, all diese von Kopf bis Fuß verhüllten Frauen ansehen zu müssen , diese riesigen Fotos von Männern mit Turban, dieser Wald von Bärten“.Einerseits, und andererseits stellt Maalouf ebenso differenziert das innere Erleben, die Sicht des Islamisten im Buch dar. Unter vielen anderen Einsichten in das Leben und die vermeintlich so sicheren „Fronten“ zwischen „richtig und falsch“, die Menschen gerne ziehen.Und lässt all dies einmünden in eine tiefe Betrachtung des Seins, der vorbeihuschenden Zeit, der verlorenen Möglichkeiten zur Gemeinschaft, der Verluste von Freunden durch den Tod.Aber nicht alles ist nur Verlust und vergangen.Auch eine Liebesgeschichte findet statt, die alte Versäumnisse aufholen. Begegnungen, Entwicklungen, Wichtigkeiten, die Adam Seite für Seite niederschreibt.Eine tiefe Lektüre über das Leben, das Älter werden, die Reue über Versäumtes und die Melancholie angesichts des Vergehens des Lebens, aber auch der Harmonie einer ganzen Landschaft, der Levante, die dem Leser hier sehr nahe gebracht wird.Vor allem aber ein ständiges Grundgefühl, eben sich nicht oder nicht mehr sicher sein zu können über den eigenen Weg, über Freund und Feind, über richtig und falsch und zu erkennen, dass dies das Leben ist.Mit allerdings immer gleichem Tonfall, immer gleicher Ruhe, damit auch mit hier und da fehlenden Spannungsbögen, Wendungen, Ereignisse. Eine sprachlich hervorragende Reflektion des Lebens „zwischen Orient und Okzident“, zwischen vorrückendem Alter und lebendiger Vergangenheit, zwischen Ärger und Trauer und Ausblick, die ein wenig Geduld aber braucht bei der Lektüre.

  • E
    2018-11-10 14:36

    Letztens hatte ich noch das Buch "Die Reisen des Herrn Baldassare" zu Ende gelesen und war echt dankbar für das Buch (siehe meine Rezensionen).Kurz darauf bin ich nun darauf gestossen, dass Herr Maalouf ein ganz neues Buch geschrieben hat und das noch zu diesem aktuellen Thema, das Buch musste ich lesen.Und ich wurde nicht enttäuscht, mit der ersten Zeile wurde ich schon abgeholt ach was ich war schon vom Eingangszitat total begeistert und habe ihn schon überall gepostet: "Alles, was mit Gewalt in Berührung kommt, wird erniedrigt, welcher Art auch immer die Berührung ist. Schlagen oder geschlagen werden, das ist ein und dieselbe Befleckung."Für mich als Pazifistin ein geeigneter Spruch um zu sagen: Gewalt besser gesagt Krieg ist NIE die Lösung! Verhandeln nicht töten. Ja ja mögen einige sagen und was ist mit Selbstverteidigung - na klar erlaubt: Notwehr ist (in Deutschland) erlaubt, jedoch auch gesetzlich fest definiert. Ich sehe ja wie selbst heutzutage nach all diesen Kriegen, Massakern und Verfolgungen Politiker, Staaten, Organisationen, Glaubensgemeinschaften und viele einzelne Leute sich für Krieg aussprechen, es wurde schlicht nichts aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt! All diese Leute sind (sowieso) umsonst gestorben und all die Bücher wurden umsonst geschrieben.Ich, die Gewalt in der Familie und auch den Krieg erlebt hat, kann nur mit dem Kopf schütteln und mein Herz tut weh, wenn ich mir das alles immer und immer wieder anschauen und anhören muss.Umso mehr begeistert mich das, was Amin schreibt, auch in diesem Buch denkt er (der Hauptprotagonist) logisch und gerecht, er wägt ab, er nennt alle Tatsachen, sagt was er falsch an den Taten der anderen findet, dies aber nie hassfördernd und ist vor allem auch selbstkritisch. Das ist so was von selten, dass ich mich manchmal wie ein Außenseiter fühle, wenn ich gesunden Menschenverstand an den Tag lege. Danke Amin!

  • Rosemarie Sagner
    2018-10-19 21:36

    Amin Maalouf hat mit dem Buch "Die Verunsicherten" ein ergreifendes Buch vorgelegt. Die Hauptperson, Adam, begibt sich aus traurigem Anlass - dem Tod seines Jugendfreundes Mourad - in die heimat seiner Kindheit und Jugend.Aufgewachsen im toleranten Libonon der 60ziger Jahre des 20. Jahrhunderts haben sich die Freunde, trotz und gerade wegen ihrer unterschiedlichen Religionen eine glückliche Zukunft erträumt. Doch durch die Unruhen und Entwicklungen der 70ziger Jahre haben sich ihre Wege und Lebenseinstellungen stark verändert. Emigration, Auswanderung, Bleiben und seine Ideale verraten oder seine Träume ganz tief verbergen sind das Ergebnis.Adam, der seit 29 Jahren in Paris als Historiker arbeitet, kehrt erstmals in seine alte heimat zurück und stellt sich Erinnerungen und Gefühlen.Statt wie geplant kurzfristig nach Paris zurückzukehren, widmet er sich dem Ziel, ein Treffen der Studienfreunde von einst zu arrangieren. Gespräche, Telefonate nach Brasilien, in die USA und vor Ort werde geführt und von Adam tagebuchartig festgehalten. Und er begegnet auch seiner Jugendliebe, die damals unerfüllt blieb.Die Geschichte ist fesselnd erzählt und nimmt einen mit in das Nachdenken über das Leben und Zusammenleben der Religionen, Toleranz, Verlorenen Träumen, erreichten Zielen und einem Land, das es so heute nicht mehr gibt.Es lohnt sich unbedingt dieses Buch zu lasen.