Read Lesereise Peking: Vorfahrt für die Rote Fahne (Picus Lesereisen) by Johnny Erling Online

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1975 lebte Mao noch, als Johnny Erling zum Studium in die buerlich geprgte Hauptstadt Peking kam In den vier Jahrzehnten, in denen er den atemberaubenden Umbau der alten Kaiserresidenz zur hypermobilen Weltmetropole begleitete, verdreifachte sich die Einwohnerzahl beinahe Seine schier unglaublichen Pekinger Geschichten handeln vom erstmals realisierbaren Aufstieg fr den Einzelnen.Er besucht den Kinovorfhrer Zhang Yuxi, der aus seinem Kollektivdorf den Bauch von Peking machte, den Sammler Pan Yong, der seine private Galerie mit mrchenhaften kaiserlichen Schtzen, von denen nur wenige wissen, erffnete, und trifft Liu Yang, der erfolgreich in Frankreich studierte, sich in korsischen Kse verliebte und heute der Fromager de Pkin ist Weitere kuriose Geschichten, etwa ber den Feldzug aller Pekinger gegen die Spatzen, zeichnen das schwierige Umfeld nach, in dem es zur Mr der chinesischen Tellerwscher kam....

Title : Lesereise Peking: Vorfahrt für die Rote Fahne (Picus Lesereisen)
Author :
Rating :
ISBN : B072N2TC8Y
ISBN13 : -
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Picus Verlag Auflage 1 26 Juni 2017
Number of Pages : 293 Pages
File Size : 698 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Lesereise Peking: Vorfahrt für die Rote Fahne (Picus Lesereisen) Reviews

  • Volker M.
    2019-04-16 01:50

    Johnny Erlings Reportagen beschreiben das Peking von heute, aber mit einem Blick in die jüngere Vergangenheit, insbesondere die Zeit des gewaltigen Aufbruchs nach dem Ende der Kulturrevolution. Der Gegensatz könnte nicht krasser sein: Als Erling in den Achtzigern nach China kam, gab es in Peking noch keine Straßenlaternen und das Fahrrad war das wichtigste Fortbewegungsmittel. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der das Unternehmertum langsam erblüht und wer genügend Mut, Ausdauer, Fleiß und Glück hat, der wird es in den folgenden Jahren zu etwas bringen. Von diesen Menschen, aber auch von denen, die es nicht geschafft haben, handeln seine Reportagen.Das Spektrum reicht von Gemüsebauern, die heute ein Supermarktimperium leiten, über Chinas größten Antiquitätensammler, eine reuige Rotbrigadistin, den Schneider der Politbonzen, aber auch einen kleinen Obsthändler, der sich mühsam gegen Konkurrenz und Behördenwillkür durchschlägt, oder eine Amerikanerin, die Pekings erstes Käsediplom hält. Die Biografien lassen erkennen, wie die chinesische Regierung Innovation und Entwicklung fördert. Bei aller Unsicherheit, die Korruption, das willkürliche Rechtssystem und Kriminalität darstellen, werden Unternehmen nach Kräften gefördert. Wer Erfolg hat, hat recht. Außerdem verbindet alle erfolgreichen chinesischen Unternehmer der Wille, sich nie unterkriegen zu lassen.Es sind aber nicht nur Erfolgsgeschichten, die Erling erzählt. Auf der Gegenseite stehen die katastrophalen Fehlentscheidungen in der Ära Maos, angefangen vom "Großen Sprung" oder der Kulturrevolution, bis hin zu den dramatischen ökologischen Folgen, als der Große Vorsitzende die Spatzen zu Volksschädlingen deklarierte und sie nahezu ausrotten lies. Bis heute hat sich die Population nicht wieder erholt.Johnny Erling portraitiert ein Land, das Fehler der Vergangenheit verdrängt, statt sich ihnen zu stellen (um damit möglicherweise eine Wiederholung zu vermeiden) und das mit ungebremstem Optimismus in die Zukunft schaut. Während in Europa und speziell Deutschland die Politik und die Behörden in erster Linie dafür da sind, etwas zu verhindern, stehen sie in China dafür, etwas zu ermöglichen. Studenten dürfen ihr Studium z. B. jederzeit unterbrechen, wenn sie ein Start-up gründen, Patente werden als Studienleistungen anerkannt. Von so viel Pragmatismus kann man hierzulande nicht einmal träumen. Allerdings kümmert sich die chinesische Regierung auch nicht darum, wenn diese Studenten später scheitern. Es gibt keine soziale Hängematte und die permanente Unsicherheit ist eine Triebfeder für Chinas Aktivismus.Die Reportagen sind exzellent geschriebene, aufschlussreiche Portraits, die Chinas Weg aus dem Bauernstaat zur ökonomischen Weltmacht begleiten. Erling hat diese Entwicklung hautnah in Peking miterlebt, über einen Zeitraum von fast 40 Jahren. Er kennt die dunklen und die hellen Seiten. Es ist eben nicht alles Gold, was in China glänzt.